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Lexikoneintrag "Anbau" Teelexikon (Der Teeanbau)

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Anbau - auch Teea., Teebau, engl. tea planting, tea plantation - Der Teestrauch wird sowohl in den Tropen als auch in den Subtropen vorwiegend in Teeplantagen bzw. Teegärten angebaut. Tee 3 ist hinsichtlich seiner Ansprüche an das Klima, die Bodenbeschaffenheit usw. anspruchsvoller als Wein. Allgemein sind warme Tage, eine lange Sonnenscheindauer, hohe Luftfeuchte und ausreichend Regen für eine gute Ernte wichtig. Er benötigt also ein warmes, feuchtes Klima, wobei der günstigste Temperaturbereich zwischen 18°C und 30°C liegt (bei einer mittl. Jahrestemp. unter 12°C - 13°C und über 30°C ist keine Teekultur möglich), sowie hohe Jahresniederschläge, die sich mehr oder weniger gleichmäßig auf alle Monate verteilen. Tee 3 verträgt jedoch i. allg. auch leichten Frost. Das nördlichste A.gebiet der Welt sind die Südhänge des Kaukasus. Hier werden besonders ertragreiche und vor allem widerstandsfähige Sorten angebaut, die auch stärkere Fröste (bis -13°C) vertragen.

Die Lage der Teefelder

Wie sich zeigt, steht die Sproßentwicklung in linearer Beziehung zur Temperatur. Die vom Teebusch aufgenommene solare Energie, deren Umwandlung in Festsubstanz und der tatsächlich geerntete Anteil der Blätter (ca. 8 %) sind demnach für den Ertrag ausschlaggebend. In Trockenperioden läßt er sich durch Bewässerung verbessern, bei geringen Regenfällen kann man eventuell durch Mulch die Feuchtigkeit besser halten.
Aus den klimatischen Bedürfnissen der Teepflanze ergibt sich, daß ein lohnender Anbau zwischen dem 42. nördlichen Breitengrad (Grusinien) und dem 27. südlichen Breitengrad (Argentinien) in einer Höhe über NN bis zu 2500 m möglich ist.
 Die Konzentration einiger Inhaltsstoffe im Blatt ist insbesondere von der Höhenlage und dem Breitengrad der Teeplantage abhängig. Daneben sind aber auch andere Faktoren sowie die Buschform von Bedeutung für das Wachstum. 
Die qualitativ besten Tees gedeihen in Höhenlagen bis zu 2500 m. Natürlich ist das Anlegen von Feldern im Gebirge besonders schwierig, denn man muß Terrassen bauen und für Drainagierung sorgen, die bei starken Regenfällen das Wasser ableitet. Außerdem ist im steilen Gelände der Einsatz moderner Maschinen kaum möglich, so daß man heute in fast allen Ländern dazu neigt, die Felder in die Ebene zu verlegen. Darunter leidet aber die Qualität.
In Gegenden mit hoher Sonnenscheindauer ist man bemüht, durch Pflanzen von Schattenbäumen oder anderen Kulturen wie z. B. hohen Gräsern einen gewissen Schutz der Teebüsche vor zu hoher Sonneneinstrahlung zu gewährleisten.


Der richtige Boden

Die für den Anbau geeigneten Bodentypen können unterschiedlicher Art sein. Ein erfolgreicher Anbau ist grundsätzlich auf lockerem, leicht saurem und durchlässigem Boden ohne Staunässe möglich. Indikatorpflanzen, welche auf typ. Teeböden gut wachsen und zur Erkennung der Brauchbarkeit der Böden für den Teeanbau nützlich sind, sind aluminium- speichernde Pflanzen wie Albizzia spp. (Leguminosen) u. a.
Die Teesträucher werden meist in Reihen angepflanzt und als Buschform oder Hecke auf 80 bis 150 cm Höhe beschnitten (Pflücktisch).
Vor allem an steilen Hängen spielt daher die Erosion eine große Rolle und gerade bei Neupflanzungen besteht eine große Gefahr. Der Boden muß daher durch abgeschnittene Pflanzenteile, die um die Pflanzen verteilt werden, vor dem Wegschwemmen geschützt werden (Mulchen). Durch die häufigen Niederschläge sind aber auch die älteren Plantagen gefährdet.
Pflanzte man früher noch in Reihen über die gesamten Hänge, so werden heute Terrassen mit Buschgruppen angelegt, um die Erosionsgefahr zu verringern. Oder man pflanzt die Sträucher quer zur Laufrichtung des Wassers, d. h. entlang der Höhenlinien (Konturenpflanzung).
Ein so intensiver Anbau wie der des Tees als Langzeit-Monokultur verlangt eine ausreichende Zufuhr von Düngemitteln, wenn gute Erträge erhalten werden sollen. Die bei fast ständiger Ernte entnommenen Mineralstoffe und Spurenelemente müssen neben dem Stickstoff dem Boden wieder nachgeliefert werden.
Die Teepflanze benötigt folgende Nährstoffe: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium, Schwefel, Mangan, Zink, Kupfer, Eisen, Bor, Molybdän, Chlor und Aluminium. Das Fehlen notwendiger Nährstoffe ruft Mangelerscheinungen bzw. Krankheiten der Teepflanze hervor.
Die erforderlichen Mengen wurden experimentell ermittelt. Es kann z. B. eine organischer Düngung über Gründüngung, Blätterabfall vom Strauch und von Schattenbäumen und aus den Blattabfällen der Herstellung von Tee 4 selbst erfolgen. Die Art und Weise der Düngung beeinflußt dabei die Qualität des Tees 4.

Die Vermehrung und Aufzucht der Teepflanze

Der Teestrauch kann auf mehrere Arten vermehrt werden. Ursprünglich, als er von China aus in weitere Anbaugebiete vordrang, wurde er durch Samen oder Ableger vermehrt. Heute arbeitet man meist mit Stecklingen aus dem Mittelteil des Triebs von ausgewählten Mutterpflanzen, die in Pflanzschulen vorgezogen werden und Clones hervorbringen. Im Falle der Verwendung von Samen gewinnt man diese von ausgesuchten und nur für die Samenproduktion bestimmten Teesträuchern, die in speziellen Anlagen, außerhalb der Plantagen, gezüchtet werden. Das so gewonnene Saatgut wird sortiert, wofür man sich einer besonderen Methode bedient: es kommt in Wasserbecken. Jene Samen, die zu Boden gehen, werden verwendet, die oben schwimmenden, also leichteren, werden aussortiert. Die Keimung erfolgt im Schatten zwischen feuchten Säcken, deren Feuchtigkeitsgehalt regelmäßig kontrolliert werden muß. Nach 6 - 8 Wochen erscheinen die ersten Triebe, die man in besonders sorgfältig behandelte Erde aussetzt und unter Schutzdächern aus Astwerk oder Stroh weiterwachsen läßt. Nach 2 - 3 Jahren erreicht die Pflanze eine Höhe von 1 - 1,50 m und kann an den endgültigen Standort verpflanzt werden.
Ca. 1 Jahr danach erfolgt der erste Rückschnitt, damit der Strauch beginnt, in die Breite zu wachsen. Dabei wird der Stamm 10 - 15 cm über dem Boden abgeschnitten, aber die Seitentriebe nur soweit gestutzt, daß nach und nach eine breite Krone entstehen kann. Während der nächsten 3 Jahre werden die Sträucher dann immer wieder zurück- geschnitten, bis sie ihre endgültige Form erreicht haben und zum erstenmal geerntet werden kann. Alle paar Jahre wird dann wieder ein gründlicher Schnitt vorgenommen und dazwischen gibt es kleinere Säuberungsaktionen, bei denen totes Holz, unnötige Zweige oder Wasserschossen entfernt werden.
So behält der Busch seine charakteristische Form mit einer Art grünem Plateau - dem „Pflücktisch“- aus dem die jungen Blätter sprießen.
Pflanzungen von Tee 3 werden von einer großen Zahl versch. Schädlinge und Krank-heiten befallen. Teeblätter, die einen hochwertigen verarbeiteten Tee ergeben, können aber nur dann geerntet werden, wenn die Teebüsche durch sorgfältige Pflege geschützt und regelmäßig auf Schädlingsbefall und Krankheiten kontrolliert werden. Zu den Vorsorgemaßnahmen zählt daher der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, welche allerdings so einsetzt werden sollten, daß auf dem geernteten Blattgut und auch nach der Verarbeitung der Blätter möglichst keine Rückstände solcher Stoffe hinterbleiben.
> Anbauländer, > Ernte, > ökologischer Anbau, > Produktion, > Züchtung


Dies ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Teelexikon – DAS Nachschlagewerk für alle Teetrinker!“
 
Mit freundlicher Unterstützung durch den Autor Dr. Hans-Bernd Böttger
 
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