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Lexikoneintrag - Blütentee - Teelexikon

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Blütentee -

  • 1) Tee 1 bzw. Tee 2 aus Blüten bestimmter Pflanzen, welche in diesem Falle die Drogen(mischung) darstellen. Gleichzeitig ist dies ein Kräutertee, wenn es sich um Blüten von Kräutern handelt.
  • 2) Bez. für mit Blüten aromatisierte Tees, welche aus Grünem, Halbfermentiertem oder Schwarzem Tee hergestellt werden können.

BLOFELD 1988 kommentiert: „Sie unterscheiden sich erheblich in ihrer Qualität. Obwohl man wirklich feine Tees nur selten zu B.s verarbeitet, können die teureren Marken dennoch köstlich sein.“
Theoretisch könnten als Zusatz Blüten von Cassia, Chrysanthemen (Chrysanthemen- tee), Gardenien, Lotus, Litchipflaume ( Litschitee ), Magnolien, Orchideen, Pflaume, Rosen (Rosentee) und anderen verwendet werden, die meisten sind jedoch zu teuer, so daß B.s gewöhnlich mit Jasmin versetzt werden, den es im S von China und auf Tai- wan in Hülle und Fülle gibt. Dabei wird der Jasmin während der Herstellung mit den Teeblättern gemischt und dann mit ihnen zus. getrocknet, so daß der Duft der Blüten von den Blättern aufgenommen wird.

BLOFELD 1988 beschreibt eine bes. aufwendige Methode zur Herstellung eines B.: „Bes. köstlich ist ein Blütentee (Lotustee), der nach einer in Soochow (Suzhou) einst beliebten Methode hergestellt wird, wo es überall Wasserwege mit vielen Lotosblumen gibt. Man tut Grünen Tee in winzige Gazebeutel und legt jeden Beutel über Nacht in den Kelch einer Lotosblüte. Der Tee muß in der Morgendämmerung herausgenommen und sofort aufgegossen werden, solange der Duft des Lotos noch an ihm haftet.“

In China sind B. unter dem Namen Hua-Ch'a (B.) bekannt oder auch als Hsiang-P'ien (Duftende Splitter).
BLOFELD 1988 meint dazu: „Ganz allgemein läßt sich sagen, daß B. vorwiegend in den nördl. Provinzen beliebt sind, und selbst dort werden sie von wirklichen Kennern nicht bes. geschätzt. Doch gibt es überall in der Welt Freunde dieser Tees. Da dies eine Geschmacksfrage ist, will ich mir kein persönliches Urteil erlauben, außer folgen- der Feststellung: Mischt man wirklich feinen Tees Blüten bei, die den natürlichen Ge- schmack überlagern, dann ist das so, als würde man Rosen mit einem Duftstoff besprühen!A

Zur Geschichte schreibt BLOFELD 1988:

„Der Tee-Kommissar Ts'ai Hsiang aus der Sung-Dynastie ... bemerkte, daß versch. Substanzen benutzt würden, um den Duft der minderwertigen Sorten auf betrügeri- sche Art zu verbessern, und äußerte sich daher abfällig über vermischte Tees.

Erstaunlicherweise wurden (aber) gerade in der Sung-Ära einige Tributtees mit einem Stoff behandelt, der Borneo-Kampfer ähnelt. Seit dieser Zeit wurde das Zusetzen von Blüten zum Tee immer populärer, freilich nicht bei Teekennern.
Einige Tees der Ming-Ära glichen denen, die es heute zu kaufen gibt."

Man kann sich auch seinen eigenen Blütentee. herstellen, indem man z. B. frische Jasminblüten, Rosenblätter oder getrocknete süße Chrysanthemen zu jedem beliebigen Tee 4 hinzufügt und einige Zeit (3 - 4 Wochen) einwirken läßt.


 
Dies ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Teelexikon – DAS Nachschlagewerk für alle Teetrinker!“
 
Mit freundlicher Unterstützung durch den Autor Dr. Hans-Bernd Böttger
 
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Literaturverweise
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